»Some Times«

music: Püttmann/ Schnabel; except »Anything« by Püttmann; »Fade To Grey by Payne/Ure/Curie

lyrics: Püttmann | produced by Michael Voss

released by 7music & 7hard, divisions of 7us media group GmbH

incl. Anything/ Don't Admit/ Count/ Part Of Your Life/ Pray For Me/ I Am The Beast/ Fade To Grey/ You Light My Day/ Nails/ Sometimes

available on apple music, deezer, iTunes store, amazon music 

Sebastian

(guitar, backings, bass)

Carsten

(vox, bass, guitar)

Jürgen

(drums)


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Die Presse entdeckt unser Album »some Times« ...

Extrem starken Alternative Rock der gleichen Qualitätsstufe wie seinerzeit Reamonn bieten „Rubbish“ auf „Some Times“. Hoch melodisch und eingängig rockt das Trio aus NRW im Spannungsfeld von Wave, Pop, Goth und Mainstream. Und bei aller Catchyness liegt die Betonung immer auf „rockt“, schließlich konnte man als Produzent die deutsche Hardrock-Legende Michael Voss verpflichten. Mit dessen Bands wie Mad Max haben Rubbish außer dem Anspruch aber eher wenig gemein. Die melodischen und oft melancholischen Kompositionen kommen intensiv und nachhaltig um die finstere Ecke. Klingt sehr getragen und auch etwas klagend. Vor allem auch der weiche und warme Gesang wogt und waved ganz wunderbar.

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Rubbish, dieses Trios aus Nordrhein-Westfalen, verdient es näher betrachtet zu werden. Denn hier stand nicht Müll oder Ähnliches Pate, sondern Fußball-Legende Horst Hrubesch, dessen Nachname kurzerhand anglisiert wurde. Allein die Vorstellung, dass das vollständig gefüllte Londoner Wembley Stadion »Rubbish, Rubbish, Rubbish« skandieren würde, sei ja schlicht sensationell, so Sänger Carsten Püttmann. Recht hat er, und zusammen mit Sebastian Schnabel (g, b, voc) und Jürgen König-Maatje (dr) zeigt er mit dem neuen Album SOME TIMES, wie vielseitig und abwechslungsreich Alternative Rock heutzutage sein kann. Getreu dem Motto »Alles kann, nichts muss« wildem sie in nahezu jedem Bereich der Rock- und Popmusik: fette Heavy-Metal-Riffs, Grunge-Breitsalven, poppige Ohrwurmmelodien, amerikanisch angehauchter Melodie Rock. Für den ebenso kraftvollen wie differenzierten Sound sorgte Produzent Michael Voss (Mad Max, Michael Schenker), lässig auch die einzige Fremdkomposition, mit der sie die Ultravox-Synthie-Hymne »Fade To Grey« aus den 80er Jahren in die harte Welt des Rock'n'Roll entführen.

us

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Das Münsteraner Trio Rubbish hat sich gute drei Jahre Zeit gelassen, um den Nachfolger vom starken „Dear John“ (siehe Rezi in unserem Archiv) einzutüten. Dabei wurde der eigenständige Sound der Truppe meiner Meinung nicht nur konsequent weiter entwickelt, sondern sogar perfektioniert. Ihr kennt doch das Spiel „Die klingen wie…“, oder?

Bei der Musik der sehr erfahrenen Band aus der Boerne/Thiel Tatort-Stadt ist das relativ einfach.

Meine Frau sagt z.B. bei „Don`t Admit“: das klingt wie Depeche Mode, nur mit mehr Gitarren! Kann ich absolut so stehen lassen.

Und genau das macht die Faszination für die Musik von Rubbish aus! Etwa beim endgeilen „Count“, das nicht nur durch das exzellente Gitarren-Spiel von Sebastian Schnabel besticht, sondern durch die sehr schöne Background-Stimme einer Dame namens Medi Kubitza, die den perfekten Gegenpart zur düsteren Stimme von Sänger Carsten Püttmann bildet. Und dann immer wieder diese wunderbaren Gitarren, höre ich da etwa einen gewissen David Gilmour als Einfluss heraus?

Die Melodien sind noch eingängiger als das vorher schon der Fall war, als Beweis seien die wunderbaren „Part Of Your Life“ sowie „You Light My Day“ angeführt. Mir geht wirklich das Herz auf bei diesen Klängen, die mich schnurstracks zurück in die 80er beamen, als Bands wie Ultravox oder HIM zu meinen Faves gehörten. Und so klingen Rubbish auch, wie gesagt nur mit viel mehr Gitarren.

Melodisch, unerhört eingängig, melancholisch aber nicht depressiv, gute Texte (z.B. das mehrfach auslegbare „I Am The Beast“), einfach geil!

Und obwohl ich Coversongs eigentlich nicht mag, gebe ich zu, dass mir die rockige Version von Rubbish vom Visage-Hit „Fade To Grey“ ebenfalls gut gefällt. Und schon schließt sich der Kreis zu Ultravox, denn die Spezis unter euch wissen, dass sich Ultravox Frontmann Midge Ure seinerzeit auch für Visage verantwortlich zeigte.

Bei der Wahl des Titels „Some Times“ zeigen Rubbish mit einem augenzwinkernden Wortspiel Sinn für Humor, denn es gibt den ruhigeren, epischen Song „Sometimes“ als Rausschmeißer, ebenfalls ein sehr schönes Lied.

Für die druckvolle Produktion sorgte erneut Michael Voss (Wolfpakk, Mad Max), der ja immer eine gute Wahl ist und die Synthies beisteuerte. Und diesmal gibt es sogar ein Booklet mit den Texten zum Mitlesen, was beim o.g. Vorgänger noch nicht der Fall war.

Fazit: Hausaufgaben mit Bravour erledigt! Um es mit den Worten von Mr. Spock auszudrücken: „Faszinierend!“

 

Peter Hollecker (My Revelations, 04.05.2020)

 

Lest auch das Interview von Peter Hollecker mit Sebastian Schnabel ...