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RUBBISH lassen sich nicht sonderlich leicht in der großen
Hard Rock-Schublade eingrenzen, denn ihr Sound lässt
sich weder mit dem traditionellen, noch mit modernen
Sound des Genres umschreiben.
Vielmehr haben sie meines Erachtens beide Komponenten
- gewürzt mit einer gehörigen Portion Wave-Rock
- verdammt gut in Einklang gebracht und somit ihr ziemlich
eigenständiges Ding kreiert, das die Band selbst
liebevoll mit Rub-Pop umschreibt. Aber keine Angst,
denn die Scheibe hat nicht sonderlich viel mit herkömmlichen
oder ausgelutschten Pop zu tun, denn das Album-Debüt
der Münsteraner rockt an allen Ecken und Enden.
So geht der Vierer auf "A Kind Of Art" mal
doomlastig ("Sojuz I - The Death Of Komarov"),
tragisch-hymnisch ("Drought") oder mal schleppend-verträumt
- wie im Falle der Ballade "How Does It Feel?"
- zu Werke. Das Ganze wird dann wohldosiert in ein modernes
Soundbecken - bespickt mit faszinierenden Samples und
prickelnden Loops - eingetaucht.
Durch die schweren prägnanten Riffs vom Gitarrenduo
Schnabel/ Barth, das ausdruckstarke Organ von Sänger/
Bassist Carsten Püttmann, der gelegentlich an Peter
Heppner (WOLFSHEIM) erinnert, und die punktgenauen Rhythmus-Arbeit
von Schlagzeuger JK Maatje wird "A Kind Of Art"
zu einem sehr abwechslungsreichen Klangerlebnis.
An
diesem wohlgelungenen Endergebnis ist ein gewisser Michael
Voss (CASANOVA/ SILVER/ ex-DEMON DRIVE) nicht ganz unschuldig,
denn schließlich hat der ausgebuffte Musiker/
Komponist/ Producer nicht nur die würzigen Keyboard-Parts
beigesteuert, sondern der Band auch produktionstechnisch
ordentlich unter die Arme gegriffen. Als weitere Anspieltipps
möchte ich Euch die lässig schlendernde Version
des KIM WILD-Hits "Kids In America", die ordentlich
Fett in der Bratpfanne hat, und die beschauliche Acoustic-Nummer
"Beyond" empfehlen.
Warum RUBBISH allerdings für dieses Album noch
keinen Plattendeal an Land ziehen konnte, erscheint
mir äußerst schleierhaft.
Sonny |